Im Zuge des Wiederaufbaus wuchs der Bedarf an Ingenieuren exponentiell. Vor allem im Osten
von Baden-Württemberg suchte man Mitte der 50er Jahre nach neuen Standorten für Staatliche
Ingenieurschulen (SIS), die damals zusammen mit den Technischen Hochschulen den
Ingenieurnachwuchs ausbildeten. Wie dringend das Problem war, zeigt sich in Ulm an der Zahl
der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe, die sich von 1950 bis 1960 von 16.000 auf 30.000
fast verdoppelte.
Unter dem Druck der EWG-Richtlinien für die Anerkennung akademischer Abschlüsse werden mit
Beginn der 70er Jahre die Lehrpläne der SISU reformiert. Statt sechs Semester führen nun acht
zum graduierten Ingenieur, indem zwei Industriesemester in das bisherige Studium integriert
werden. Der Student soll dadurch mit praktischen Methoden aus seinem Fach sowie mit der
organisatorischen und sozialen Struktur des Betriebes vertraut gemacht werden. Abitur und
Fachhochschulreife lösen die Mittlere Reife als Zugangsweg ab.
1958-1980
1958
Der Ministerrat beschließt: Ulm wird der erste von sechs neuen Standorten für
Staatliche Ingenieurschulen.
1960
Die Staatliche Ingenieurschule Ulm (SISU) startet in der Sägefeldschule
Wiblingen mit den vier ersten Studiengängen:
Maschinenbau (Konstruktion)
Maschinenbau (Fertigung)
Nachrichtentechnik
Feinwerktechnik
1961
Der Verein der Freunde und Förderer wird gegründet.
1963
Die SISU zieht in den Neubau an der Prittwitzstraße.
Die erste
Hundertschaft von Absolventen verlässt die SISU.
1965
Das Angebot wird erweitert um den Studiengang Stahl- und Leichtbau, und das Institut für Kerntechnik wird
fertiggestellt.
1968
Die Studierenden streiken für die Eingliederung der SISU in den Hochschulbereich
und gegen die Abwertung des Ing. (grad.) durch die EWG.
1970
Die SISU führt neue Studiengänge ein:
Produktionstechnik
Technische Informatik.
1972
Die SISU wird aufgrund des ersten Fachhochschul-Gesetzes des Landes
Baden-Württemberg zur Fachhochschule Ulm. Sie ist dem Wissenschaftsministerium
unterstellt, besitzt Wahlgremien zur Selbstverwaltung, Studentenvertretung und
Freiheit in Forschung und Lehre.
1973
Professor Josef Hengartner, der bereits die SISU leitete, wird zum ersten Rektor
gewählt.
1974
Die letzten Studenten der “Ingenieurschule” beenden ihr Studium.
1977
Das Studienangebot wird ausgebaut:
Fahrzeugtechnik
Industrieelektronik
1980
Professor Karl Xander tritt die Nachfolge von Hengartner als Rektor an.
Hochschule Ulm
Corporate Communications und Marketing 89075 Ulm Raum: A 200