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ErzieherInnen unter Strom
Am Mittwoch, den 07. Oktober 2009 herrschte im Elektroniklabor des Instituts für Kommunikationstechnik IKT in Böfingen Hochbetrieb. Allerdings mit einer ungewöhnlichen Belegung: Sind hier sonst fast nur junge Männer als angehende Ingenieure anzutreffen, experimentierten nun 22 junge Damen und ein junger Mann.

Die Gäste waren ErzieherInnen der Katholischen Fachschule für Sozialpädagogik Ulm im 4. Ausbildungsjahr. Die SchülerInnen arbeiten dabei bereits im Berufspraktikum und belegen zusätzlich einen Weiterbildungskurs. In diesem Jahr war zum ersten Mal „Naturwissenschaft und Technik“ im Angebot. Die meisten SchülerInnen haben sich dafür entschieden.

Der erste Kurstag behandelte das Thema „Elektrizität“ und wurde von Professor Dieter Pross am IKT der Hochschule Ulm angeboten und durchgeführt. Mit großer Begeisterung wurden einfache Versuche der Elektrostatik und mit elektrischem Strom durchgeführt. Es wurde gebastelt, gelötet, ausprobiert, überlegt, diskutiert, skizziert. Dabei wurde viel selbst mitgebrachtes Material wie Büroklammern, Reisnägel, Luftballons, Kamm, Pullover, Reis-Salz-Pfeffer, Zitrone-Apfel-Kartoffel, Eisennagel und Kupfermünze verwendet.

Der Einstieg mit Gruppendiskussionen zeigte, wie allgegenwärtig und fast schon lebensnotwendig Elektrizität heute ist. Niemand wollte sich mit einem Aufstehen früh morgens ohne den Komfort der Elektrizität anfreunden, auch der Weg zur Arbeit „ohne“ wäre sehr mühsam.

Bei den Versuchen zur Elektrostatik standen nicht nur die Haare zu Berge; die abgeänderte Aschenputtel-Aufgabe ein Salz- und Pfeffer-Gemisch zu trennen, wurde sehr elegant mit Elektrostatik gelöst.

In einfachen Versuchen mit Strom aus Batterien wurden kleine Lampen und Leuchtdioden angeschlossen, Leiter und Isolatoren untersucht. Damit die Kontakte nicht so wackelig waren, wurden elektrische Kupplungen mit Büroklammern gelötet. Etwas schwieriger war teilweise die Untersuchung von Reihen- und Parallelschaltung für die SchülerInnen, da die Vorkenntnisse aus dem Physikunterricht sehr unterschiedlich oder auch schon verblichen waren.

Zum Abschluss der Versuche wurde aus dem mitgebrachten Obst bzw. Gemüse eine „vegetarische“ Batterie gebaut, die allerdings wenig leistungsfähig ist. Zum Betrieb einer Leuchtdiode reicht es nicht, zum Nachweis wurden Messinstrumente oder ein Kopfhörer verwendet.

Den SchülerInnen hat der Tag sehr gut gefallen. Viele der einfachen und oft verblüffenden Versuche lassen sich direkt in der täglichen Arbeit bei Angeboten für die Kinder und Jugendlichen in sozialpädagogischen Einrichtungen einsetzen. Ziel ist –zumindest im Kindergarten- nicht unbedingt das genaue naturwissenschaftliche Verständnis, sondern die Lust und Freude am Spielen, Ausprobieren und Überlegen. Eine Grundausstattung mit Batterien, Lampen, Kabeln haben alle mitbekommen. Und die erste Erfolgsmeldung über solche Versuche mit Kindern in einer Jugendeinrichtung ist bereits eingetroffen.

D. Pross / 14.10.09

Bilder: Kroner/IKT












Mitgebrachtes Versuchsmaterial aus dem Haushalt
Immer wieder einen Blick wert: Aufgeladene Haare
Vergnuegte Gesichter beim Experimentieren











Ein kunterbunter Anblick im Elektroniklabor
Eine Reihenschaltung, klar!
Der saure Renner: Die Zitronenbatterie











Strahlende und zufriedene Gesichter am Ende des Kurstages







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Eugen Ringwald
© Oktober 2009