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Horst Simanek




Stationen


1968 Stahlbauschlosser


1968 - 1971 Zweiter Bildungsweg


1972 - 1973 Wehrdienst


1974 - 1978 FH-Studium Maschinenbau


1978 EMAG Maschinenfabrik, Salach


1980 STAMA Maschinenfabrik, Schlierbach


seit 1982 YAMAZAKI MAZAK Deutschland, Göppingen

Siegen - gegen sich selbst und gemeinsam mit anderen

"Done in One" lautet einer der Slogans, hinter dem Horst Simanek als Vertriebschef des japanischen Werkzeugmaschinenbauers YAMAZAKI MAZAK mit dem Verantwortungsbereich Süddeutschland voll und ganz steht. Allerdings trifft dies nicht auf den Lebensweg des gebürtigen Geislingers zu. Er, der sich selbst als Workaholic bezeichnet, musste sich Schritt für Schritt seine berufliche Domäne erobern.

Etwas Handfesteres als die Post, bei der die Mutter von Horst Simanek arbeitete, sollte es schon sein. Das meinte zumindest sein Klassenlehrer, als es am Ende der Volksschulzeit um die Berufswahl ging. Beim Umgang mit dem Märklin-Baukasten hatte der junge Simanek bereits seine Geschicklichkeit beim Bau von Baggern erprobt und ein Nachbar, der als Betriebsschlosser bei WMF arbeitete, seine Bewunderung erweckt. Folglich ließ der weitsichtige Volksschullehrer seine Beziehungen über seine Tochter spielen und verschaffte dem Heranwachsenden eine Lehrstelle bei der Firma Stahlbau Süssen.

Horst Simanek absolvierte so mehr zufällig als gewollt seine Schlosserlehre. Noch heute, so meint der 55-jährige drahtige Maschinbau-Ingenieur, klängen ihm die Worte seines damaligen Lehrmeisters im Ohr. Der meinte im Hinblick auf das Kräfte zehrende Handwerk eines Stahlbauschlossers: "Simanekle, dass Du mir den Hammerberuf nicht ein Leben lang machst!" Folglich war Weiterbildung angesagt. Der Technisch-Interessierte holte - gemeinsam mit Freunden - in der Abendschule die Mittlere Reife nach und ging ein Jahr lang auf das Gymnasium, bis ihn der frühe Tod seines Vaters psychisch aus der Bahn warf und er dem Ruf der Bundeswehr folgte.

Dennoch - Horst Simanek war klar, dass es nur durch eigenes Tun ein Voran gab. Da er nach der 11. Klasse das Gymnasium verlassen hatte, fehlte ihm der direkte Zugang zum Studium. An der Fachhochschule Ulm nutzte er die Möglichkeit, die Fachhochschulreife durch ein Vorstudium zu erwerben. Die anschließenden vier Jahre Maschinenbau-Studium waren für ihn die schönste Zeit seines Lebens, begeistert sich Horst Simanek heute. Das Lernen und Forschen habe ihm soviel Spass gemacht, dass er den Termin für das Abschlussfoto seines Studienjahrgangs verpasste. Hin und wieder verspüre er sogar Heimweh, und es ziehe ihn nach Ulm, um den alten Campus zu besuchen.

Seinen ersten Job hatte Horst Simanek bereits nach dem Praxissemester bei der Firma EX-CELL-O in der Tasche; sein damaliger Betreuer Herr Hacke nahm ihn als Sachbearbeiter mit zu EMAG. Unter seinem Vorgesetzten und dessen Nachfolger konnte er sich jedoch nicht so entfalten, wie es seiner Leistung entsprach, weshalb er bald zu STAMA als Projekt-Ingenieur wechselte. Als er auch hier mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte, entdeckte er eines Morgens in der Tageszeitung eine auffällig schwarze Anzeige, die sein Leben entscheidend verändern sollte: Das japanische Familien-Unternehmen YAMAZAKI MAZAK suchte junge dynamische Ingenieure, um eine deutsche Niederlassung aufzubauen. Und Horst Simanek durfte von der Pike auf dabei sein.

Als MAZAK-Urgestein hat Horst Simanek die japanische Unternehmensphilosophie verinnerlicht, die da heißt "Gemeinsam sind wir erfolgreich". Führen durch Vorbild ist seine Strategie, indem er das vorlebt und vorredet, was er von seinen Mitarbeitern erwartet. Er war mit von der Partie, als MAZAK die erste Drehmaschine mit einem Dialog-CNC-System in den Markt einführte. Der Slogan "Done in One" steht synonym für den Trend, Fertigungsprozesse unterschiedlicher Art auf einer einzigen Maschine auszuführen. MAZAK ist heute weltweit die Nummer Eins unter den reinen Werkzeugmaschinenbauern und hat aus Gründen der Kundennähe inzwischen auch in Göppingen eine eigene Entwicklungsabteilung aufgebaut. Die Krone der technischen Entwicklung ist für Simanek das Mehrseiten-Bearbeitungs-zentrum, das er erstmals auf der AMB 2004 in Stuttgart der Welt präsentieren konnte.

Teamgeist, Kampfgeist, Ausdauer und Disziplin sieht Horst Simanek, der inzwischen auch als Ausdauersportler seine Leistungsgrenzen ausreizt, als tragende Säulen des persönlichen und beruflichen Erfolges. Als Ehemann und Vater einer erwachsenen Tochter weiß er, dass er die Familie mit seinem ego-zentrierten Power-Play zeitweise überfordert hat. Dennoch steht sie zu seinem Lebensentwurf. Er selbst regeneriert sich beim Langstreckenlauf und und betreibt ein konsequentes Aufbau-Training, um in Wettbewerben wie beim 24-Stunden-Schwimmen der DLRG Süssen zu brillieren. Im Jungsenioren-Alter brachte er es bei mehr als 300 Teilnehmern mit 40 000 Metern zurückgelegter Schwimmstrecke auf den 2. Platz. Und er ist überzeugt, dass noch mehr in ihm steckt - sportlich wie geistig. Zur Zeit beschäftigt ihn die Vision, rechtzeitig der jungen Generation das Ruder zu überlassen und die eigene intellektuelle Erfüllung zu suchen - vielleicht sogar gekrönt durch einen Doktorhut.

Das Interview zum Porträt führte Dr. Ingrid Horn im September 2004.




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Ingrid Horn
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