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Marco Senger




Stationen


Nachrichtengerätemechaniker


1980-1988 Bundeswehrfahrlehrer


1989 - 1991 Bundeswehrfachschule Ulm


1992 -1996 FH-Studium Technische Informatik


seit 1996 geschäftsführender Gesellschafter bei KSR EDV-Ingenieurbüro, Bibertal

Wenn der Ehrgeiz erwacht

Als junger Mann nicht reif zu sein für ein Studium, ist für Marco Senger kein Manko. Der 43jährige Mitgesellschafter eines EDV-Ingenieurbüros bei Günzburg bereut keine seiner Zwischenstationen auf dem Weg zum Unternehmer. Mit dem Hauptschulabschluss in der Tasche war erst ein Mal die Lehre zum Nachrichtengerätemechaniker angesagt. Ums Geldverdienen sei es ihm gegangen und um die Freiheit, verschiedenes ausprobieren zu können. Die Gastronomie habe er genauso kennen gelernt wie das Arbeiten als freiberuflicher Redakteur für den Regionalsport in der Donau-Zeitung Dillingen.

In den 80er Jahren wurde die Bundeswehr zu seiner zweiten Heimat. Beim Fernmeldebataillon 210 in Dillingen erfüllte Marco Senger sich den lang gehegten Wunsch, mit Menschen umzugehen. Als Bundeswehrfahrlehrer bildete er Soldaten auf LKW und Kraftomnibussen aus mit dem eigenen Ziel im Blick, Berufssoldat zu werden. Dass daraus nichts wurde, habe er letztlich zwei Menschen zu verdanken, meint er heute rückblickend. Nachdem er für die Fachoffiziers-Laufbahn an der Bundeswehrfachschule die Fachschulreife erworben hatte, überzeugte ihn einer seiner Lehrer mit dem knappen Satz: Da ist doch mehr drin! Sengers Ehrgeiz war geweckt, und mit familiärem Rückhalt war der künftige Weg klar: Erwerb der Fachhochschulreife und anschließend Studieren an der Fachhochschule Ulm.

Anfang Dreißig und mit der Verantwortung für eine Familie studiert man anders, als wenn man ungebunden ist. Marco Senger ließ nichts schleifen und gibt heute unumwunden zu, dass die bedingungslose Unterstützung durch seine Frau für ihn der wichtigste Motor war. Die Jahre an der FHU sind ihm noch gut in Erinnerung. Besonders schätzt er den Anwendungsbezug des Studiums, und sein eigener technischer Background habe ihm den Zugang zu den Studieninhalten leicht gemacht. Doch der wirkliche Sprung ins kalte Wasser stand ihm noch bevor. Als er nach dem Examen in die Fa. K und R Unternehmensberatung eintrat, für die er bereits während des Studiums als freier Mitarbeiter tätig war, setzte er alles auf eine Karte. Er investierte seine gesamten Ersparnisse in ein Unternehmen, das fortan als KSR EDV-Ingenieurbüro firmiert.

Das R im Firmenkürzel steht für Peter Ringhut, ebenfalls FHU-Absolvent und Ex-Kommilitone, was Sengers Entschluss zur Selbstständigkeit sicherlich erleichtert hat. Der damalige Drei-Mann-Betrieb hat inzwischen expandiert und beschäftigt heute 27 Mitarbeiter. Die Firma entwickelt Software vorzugsweise für Automobilbetriebe wie Karosserie- und Lackfachbetriebe, freie Werkstätten und Autohäuser. Mit EurotaxSchwacke hat sich inzwischen ein stiller Gesellschafter eingekauft, der KSR-Software zur Fahrzeugbewertung europaweit einsetzt. Die Karte hat gestochen, vor allem auch weil KSR in den Augen Sengers, der für Vertrieb/Marketing und Key-Account verantwortlich ist, konservativ geführt wird. "Wir sind in den Boom-Jahren der New Economy nicht reich geworden, aber uns gibt es heute noch", lautet sein stolzes Statement. Und stolz ist der Selfmade-Mann auch darauf, dass er immer wieder Zeit findet, sich seiner Familie und seinem Sport zu widmen: Tennis im Sommer und Tischtennis im Winter im mannschaftlichen Wettkampf. Das Geheimnis für seinen Erfolg bringt Marco Senger auf einen einfachen Nenner - Zufriedenheit in alle dem, was man macht!

Das Interview zum Porträt führte Dr. Ingrid Horn im Januar 2004.




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Ingrid Horn
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