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Jürgen Mohilo




Stationen


1970 - 1973 FH Studium Informatik


1973 - 1978 Index-Werke Esslingen


1978 - 1982 AEG Ulm


1982 Hewlett Packard Böblingen


1983 - 1988 AEG Ulm


1990 Direktor Technik Telefunken Systemtechnik Ulm


1993 Leiter Vorstandsprojekt Mobilisierung DASA München


1996 Vorsitzender der Geschäftsführer DASA/Zeiss Elektro


1998 Leiter Personal, DaimlerChrysler Wörth


seit 2002 Vorstandsmitglied DaimlerChrysler Services

Auf der Suche nach spannenden Aufgaben

Man merkt es sofort: der große, stattliche Mann mit der schwungvollen markanten Barttracht ist durchsetzungsstark. Früh hat Jürgen Mohilo, dessen Schreibtisch heute in der Vorstandsetage der DaimlerChrysler Services am Potsdamer Platz in Berlin steht, seine Eltern wissen lassen, dass er niemals Zahnmediziner wie sein Vater werden wird. Vielmehr begeisterte ihn ein Onkel mit einem Unternehmen für Mess- und Regelungstechnik bereits als Pennäler für das Technisch-Praktische. Und mehr per Zufall stieß der Abiturient auf ein neues Angebot der Fachhochschule Ulm, die als erste deutsche Hochschule 1970 einen Studiengang Informatik einführte. "Neu" ist für den gebürtigen Ulmer immer noch ein attraktives Reizwort, verbirgt sich doch dahinter Unerwartetes, Erkundbares und Kreatives gleichermaßen. Gerade die Breite des Studiums und sein Praxisbezug habe ihm den Zugang zu neuen Feldern in seiner beruflichen Laufbahn erleichtert, meint Jürgen Mohilo heute. Den Versuch, nach dem Examen das Informatik-Studium an der TU Berlin fortzusetzen, hatte er dann auch wegen mangelnden Mehrwertes schnell abgebrochen.

Der Einstieg ins Berufsleben führte über eine Einstellung bei einem klassischen Maschinenbauer, bei dem Jürgen Mohilo mit dem Aufkommen numerisch gesteuerter Werkzeugmaschinen sein an der FHU erworbenes Wissen und Können richtig unter Beweis stellen konnte. Ende der 70er Jahre wechselte er als Abteilungsleiter Technische Datenverarbeitung zur AEG nach Ulm, deren wechselhafte Firmengeschichte er mit durchlebt hat. Zwischendurch reizte ihn ein Seitensprung zu Hewlett Packard als Verkaufsleiter, um wieder etwas Neues auszuprobieren, doch Dr. Gerhard Jäger, seinerzeit Geschäftsführer des Radarbereiches der AEG in Ulm, holte ihn schnell wieder zurück ins Glied und erweiterte schrittweise seine Führungsverantwortung bis zum Chef der Datenverarbeitung. Als Anfang der 90er Jahre aus der AEG die Telefunken Systemtechnik hervorgegangen war, stand Jürgen Mohilo vor den schmerzlichsten Erfahrungen in seiner beruflichen Karriere. Mittlerweile Direktor des Fachbereichs Technik lag es in seiner Verantwortung, den wirtschaftlich erzwungenen Stellenabbau durchzuführen, Outsourcing-Konzepte umzusetzen und so die Mitarbeiterzahl von 2500 zu halbieren. Er und seine Mannschaft hätten diese Phase zwar mit Anstand bewältigt, aber er möchte sie in ihrer Trostlosigkeit nicht noch einmal erleben, so seine Einschätzung heute.

Dennoch - Mohilos Arbeit war so hervorragend, dass Jürgen Schrempp als Vorstandsvorsitzender der DASA auf den Ulmer aufmerksam wurde und ihn mit der Leitung eines neuen spannenden Vorstandsprojektes betraute. Die DASA als multinationaler Konzern hatte Integrationsprobleme und setzte auf Mohilos Erfahrung und Findigkeit im Dschungel unterschiedlicher Firmenphilosophien und -kulturen Wege zu gestalten, die sicherstellten, dass die Vorstellungen des Konzernvorstandes umgesetzt wurden. Interkulturelles Management hieß die neue Facette, um die Jürgen Mohilo nun seinen Erfahrungsschatz bereicherte. Als Vorsitzender der Geschäftsführung führte er anschließend eine Joint-Venture-Unternehmung zwischen DASA und Zeiss, Oberkochen, aus der Krise und verkauft sie hochprofitabel. Danach ging es in den Nutzfahrzeugbereich von DaimlerChrysler, wo er im größten LKW-Produktionswerk Europas in Wörth bei Karlsruhe die Personalverantwortung übernahm. Der Galopp durch die Führungsetagen der Konzern-Töchter hat ihn nun zum Finanzdienstleister DaimlerChrysler Services nach Berlin geführt, wo er als Vorstandsmitglied für die Ressorts Personal und Information Technology Management verantwortlich ist.

Spitzenmanager wie Jürgen Mohilo brauchen Gegenpole. Für den 54-jährigen ist es seine Familie, die in all den wechselhaften Jahren sein schwäbisches Refugium geblieben ist. Wenn er an den Wochenenden aus Berlin in den Ulmer Raum kommt, freut er sich auf Frau und Töchter, die kulturellen heimatlichen Kontakte und auf einen Ausflug mit seiner Harley Davidson. Man merkt es sofort: ein Mann, der gleichermaßen durch Dynamik und Ausgeglichenheit überzeugt.

Das Interview zum Porträt führte Dr. Ingrid Horn im Januar 2004.




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Ingrid Horn
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