No pain - no change: Die Chancen des Lebens ergreifen
 Von Null auf 350 Mitarbeiter in nur fünf Jahren lautet die
erfolgreiche Bilanz des Unternehmens, das Joachim Lang zwischen 1994 und
1999 sein Eigenes nannte. Die euro engineering Lang und Keppler GmbH mit
Sitz in Ulm zählte als Ingenieur-Dienstleister der besonderen Art zu den
erfolgreichen jungen Unternehmen ihrer Zeit. Das Erfolgsrezept lässt sich
umschreiben mit Fachwissen, Fleiß und Fortune und fußte auf
Projektmanagement, hochqualifizierten Mitarbeitern und qualifizierter
Weiterbildung. |
 Schnell hatte sich das Unternehmen im süddeutschen Raum einen Namen
gemacht. Die Dynamik, die der gelernte Feinwerkmechaniker gemeinsam mit
seinem Partner entfaltete, schien vor dem gesamtdeutschen Markt nicht Halt
machen zu wollen. In der DIS AG sahen die beiden Geschäftsführer
schließlich einen potenten Partner, das Ziel anzugehen. Sie verkauften
euro engineering, mit der Perspektive gemeinsam die Marktführerschaft in
Deutschland zu erringen. |
 Ihr Vorhaben gelang, aber Joachim Lang, die Selbständigkeit in der
Leitung eines Unternehmens gewohnt, tat sich schwer in der Rolle des
angestellten Geschäftsführers. Zu unterschiedlich waren die
Unternehmensphilosophien, als dass er auf Dauer die Fusion mit tragen
wollte. Gemeinsam mit Winfried Keppler schied er 2001 aus dem Unternehmen
aus. Der Schritt war ihm nicht leicht gefallen, und er hatte herbe Worte
seiner Mitarbeiter einstecken müssen. Doch heute nach gut zwei Jahren ist
er sich sicher, das Richtige getan zu haben. |
 Die Neubesinnung mit Anfang 40 rückte andere Lebensaspekte in den
Vordergrund: die Familie, das Fliegen und die Begeisterung, neue Netze zu
knüpfen. Aus seiner Tätigkeit als VDI-Vorsitzen-der und seiner
Verbundenheit zur Fachhochschule Ulm gab es genügend Kontakte. Das
Organisieren und Kommunizieren hatte Joachim Lang schon immer gelegen;
seine ersten Erfahrungen auf diesem Gebiet sammelte er als
AStA-Vorsitzender. Die Kontakte zur FHU hatte er seinerzeit auch zur
Entwicklung von euro engineering genutzt. Das Gründungskonzept entstand
unterstützt durch Professor Dipl.-Volkswirt Volkmar Liebig und die
Zertifizierung nach ISO 9001 in Zusammenarbeit mit dem TQU des Professor
Dr.-Ing. Jürgen Bläsing. Warum nicht auch ein Mal etwas zurückgeben? Er
zögerte daher nicht lange, als ihn der Rektor in die Kommission zur
Entwicklung eines Leitbildes der FHU berief. |
 Doch ohne berufliche Perspektive mochte Joachim Lang auf Dauer nicht
bleiben. Neben der aktiven Mitarbeit im VDI, der Betreuung von
Start-up-Unternehmen, sowie der Tätigkeit als Aufsichtsratvorsitzender der
InGenics AG, gründete er ein eigenes Beratungsbüro und spezialisierte sich
auf die Weitergabe des know-hows zur erfolgreichen Unternehmensführung.
Hierzu gehört auch die Entwicklung neuer Produkte auf der Basis einer
Ideenwerkstatt und das Headhunting. Mit drei Mitarbeitern und einem
kompetenten Netzwerk an erfahrenen Managern und Beratern Neues zu
beginnen, sieht er als neue Chance der eigenen Lebensgestaltung und als
Motivationsschub. Doch er gibt auch unumwunden zu, Glück gehabt zu haben:
das Glück des Tüchtigen beim Aufbau von euro engineering und die Gunst
einer sanften Landung zum Neubeginn. |
 Das Interview zum Porträt führte Dr. Ingrid
Horn im Januar 2003. |
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