Wer an der Hochschule Ulm Medizintechnik studiert, kann sein Bachelor-Studium nach
folgenden Schwerpunkten ausrichten: |
 Studienschwerpunkt Medizinelektronik
Der Einsatz medizintechnischer Geräte reicht von der Diagnostik über die Therapie bis
zur Rehabilitation.Meistens enthalten sie elektronische Komponenten, teilweise sind sie
mikrocontroller-gesteuert. Stets spielt dabei mechatronische Gerätetechnik mit hohem
Sicherheitsstandard eine entscheidende Rolle, wobei dem Ingenieur die Grundlagen der
Physiologie geläufig sein müssen. Ob es um einfaches Blutdruckmessen oder bildgebende
Verfahren geht, ob der Chirurg zu intelligenten Instrumenten für den minimal-invasiven
Eingriff greift oder endoskopische Systeme angewendet werden, ob Implantate, Prothesen,
Hörhilfen, Herzschrittmacher oder Rollstühle zum Einsatz kommen – diese Geräte haben eines
gemeinsam: Ihre Entwicklung erfordert ein breites Wissen auf den Gebieten Medizin,
Mechanik, Elektronik, Optik und Datenverarbeitung, das der Studienschwerpunkt gemeinsam
mit dem Verständnis für die Funktionalität vermittelt. |
 Studienschwerpunkt Biomechanik
Systeme der Biomechanik wie Implantate und Prothesen zeichnen sich dadurch aus, dass
sie bei ihrem Einsatz durch Körperkräfte ständig belastet werden. Bei Implantaten spielt
für die Materialauswahl nicht nur die mechanische Festigkeit eine Rolle, die durch
Modellrechnungen sichergestellt wird, sondern auch die Biokompatibilität. Früher waren
Implante rein mechanischer Natur; heute melden sie über Sensoren und eine Elektronik ihren
Zustand nach außen. Mit Sensoren, Motoren und einer Mikrocontroller-Steuerung
ausgestattet, können moderne Prothesen sogar aktiv agieren. Neben Sensoriik, Aktorik und
Steuerungstechnik spielen für die Biomechanik Kenntnisse auf Gebieten wie Werkstoffkunde,
Werkstoffprüfung, Technische Mechanik und Simulation eine wichtige Rolle. Die Grundlagen
der Produktzulassung für derartige Medizinprodukte werden ebenfalls gelehrt. |
 Studienschwerpunkt Apparative Biotechnologie
Die Biotechnologie ist eine Zukunftstechnologie. Von ihr erwartet man einen
vergleichbaren Technologieschub, wie ihn die Mikroelektronik in den letzten drei Dekaden
bewirkt hat. Sie nutzt biologische Prozesse, um biochemische Produkte industriell zu
produzieren. Hierzu verwendet sie vor allem molekularbiologische Methoden wie
Zellkulturtechnik, Bioreaktortechnik, Enzymtechnik, Gentechnik, Proteintechnik,
Immuntechnik. Als interdisziplinäres Fachgebiet nutzt die Apparative Biotechnologie die
Erkenntnisse der Biowissenschaften (Mikrobiologie, Biochemie, Zellphysiologie, Genetik u.
a.) und der Ingenieurwissenschaften (Verfahrenstechnik, Regelungstechnik, Optik,
technische Chemie u. a.), um effektive biotechnische Verfahren und Geräte entwickeln zu
können. Sie weist sehr starke Synergien mit der Medizintechnik auf. |
 Regelstudienzeit: 7 Semester incl. Praxissemester Abschlussgrad: Bachelor of Engineering
(B. Eng.) |
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