Prof. Gaida | Interactive Storytelling







Storyboard-Entwicklung




Interaktives Drehbuch und Storyboard




Ansicht der Filmstruktur im interaktiven Drehbuch (Ausschnitt)




Dreharbeiten zum interaktiven Film »Domino«




Startmenue der Film-DVD




Standbild aus dem Film »Domino«




Standbild aus dem Film »Domino«, Verknüpfung mit historischen Zusatz- Informationen




Auswahlmenue im Film »Domino«, die Zuschauer/ -innen entscheiden selbst über den weiteren Verlauf der Handlung





Stories als Hilfsmittel zur Informationsvermittlung

Interactive Storytelling ist ein Forschungs- und Entwicklungsbereich, der sich unter anderem mit der Nutzung von dramaturgischen Strukturen für die Informationsvermittlung in interaktiven Anwendungen beschäftigt. Die Grenzen zu Themenbereichen wie Infotainment (d.h. die Verknüpfung von sinnvoller Unterhaltung mit Information) und Edutainment (d.h. Verknüpfung von sinnvoller Unterhaltung mit didaktischen Inhalten) sind dabei fließend. Dies eröffnet ein weites interdisziplinäres Experimentierfeld für Forschung und Lehre.

Eigener Themenbereich im Studiengang Digital Media

Prof. Gaida hat das spannende Thema »Interactive Storytelling« im Jahr 2001 an die Hochschule Ulm gebracht und es sukzessive in den interdisziplinären Studiengang Digital Media integriert. Das Thema stellt heute einen eigenen Themenbereich im vierten Semester des Studienganges Digital Media dar.

Im Rahmen der Lehre wird sowohl in der Theoriebildung, als auch in den praxisorientierten Projektarbeiten schwerpunktmäßig mit den Möglichkeiten des interaktiven Videofilms experimentiert. Hierbei werden Informationen gezielt in eine Rahmenhandlung (Story) integriert, zielgruppenspezifisch aufbereitet und als filmisch-interaktive Anwendung realisiert.

Interaktive Storystrukur als Grundgerüst

Das Skelett bzw. Grundgerüst einer solchen Anwendung stellt die komplexe interaktive Story-Struktur dar, welche die interaktive Geschichte abbildet und gleichzeitig Spannungsbögen bzw. Wendepunkte in der Handlung etabliert. An diesem komplexen Grundgerüst aus inhaltlichen Ebenen, Handlungsästen, Knotenpunkten und Entscheidungsmöglichkeiten orientieren sich der Handlungsfluss, das Erzähltempo und die gezielte Verankerung von Zusatzinformationen innerhalb der filmischen Handlung.

Selbst über den weiteren Verlauf der Handlung entscheiden

Die Benutzerinnen und Benutzer können dabei selbst über den weiteren Verlauf der Handlung entscheiden. Diese Entscheidungen beeinflussen wiederum nachfolgende Szenen innerhalb des Filmes. Mit zunehmender Vernetzung steigt somit der Komplexitätsgrad der Geschichte, die sich in Analogie zu einem programmierten Ablaufschema in vielfältigen Wenn-Dann-Bedingungen und Schleifen in unterschiedliche Richtungen – und Enden – entwickeln kann.

Besondere konzeptionelle Anforderungen

Der interaktive Ansatz bei der Konzeption und Realisation der dramaturgischen Strukturen stellt besondere und zum Teil sehr komplexe Anforderungen an die Entwicklerinnen und Entwickler. Wichtig sind für den Entwurfsprozess fundierte Kenntnisse fortgeschrittender, fachübergreifenden Konzeptionsmethoden, wie sie im Vorlauf speziell im dritten Semester im Fach Medienkonzeption und -entwurf von Prof. Gaida gelehrt werden.

In Bezug auf die Visualisierung, also die Ausgestaltung der Geschichte, wird mit den vielfältigen Darstellungsmitteln und -methoden der Filmgestaltung gearbeitet. Wichtige Aspekte sind dabei die Inszenierung (Set-Design, Licht-Design, Requisiten, Darsteller und deren Schauspiel), die visuelle Auflösung der Handlung (Einstellungsgrößen, Perspektive, Kamerabewegungen und -fahrten), die Montage der einzelnen Einstellungen im Schnitt zu größeren Sinneinheiten und schließlich die vielfältigen digitalen Bearbeitungsmöglichkeiten in der Post-Production.

Qualifikation für die Zukunft

Die Studierenden des Studienganges Digital Media eignen sich in den Projekten und Vorlesungen des Moduls »Interactive Storytelling« einzigartige Konzepte in Bezug auf die innovative interaktive Vernetzung von Informationen innerhalb des filmischen Erzählens an.

Diese Konzepte spielen unter anderem bei der Informationsvermittlung mit Video im Web eine immer wichtigere Rolle. Mit Blick auf die stetig wachsenden Einsatzmöglichkeiten von interaktivem Video im Web (z.B. in den Bereichen Infotainment/Edutainment, aber auch E-Learning) werden die Studierenden in den Projekten und Vorlesungen hervorragend ausgebildet, um zukünftige Trends in diesen Bereich aktiv mitzubestimmen zu können.

Das gezeigte Beispiel »Domino« ist ein interaktives Filmprojekt, das historische Informationen über die Stadt Ulm in eine spannende Rahmenhandlung integriert. Dies war die spezielle Aufgabenstellung im Studienmodul »Interactive Storytelling« im Sommersemester 2006. Konzipiert und realisiert wurde das Projekt von den DM-Studierenden Stefan Bucher, Michael Gress, Manuela Kuhn, Kathrin Rieder, Sylvia Schreiber und Andy Weeger.



Hochschule Ulm
Prof. M.  Gaida
Eberhard-Finckh-Straße 11
89075 Ulm
Fon: +49 (0731) 50-28426
gaidahs-ulm.de





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Manfred Gaida
© April 2007