Der Schweißfachingenieur

Die Ausbildung zum Schweißfachingenieur (SFI) ist eine
Weiterqualifizierung für fertig ausgebildete Ingenieure, d. h. ein
Ingenieurs-Abschluss des Maschinenwesens (also Fahrzeugtechnik,
Maschinenbau, Feinwerktechnik, Produktions- und Fertigungstechnik, aber
auch Wirtschaftsingenieurwesen ) oder des Bauwesens (hier vor allem
Stahlbau) ist die Voraussetzung für diese Ausbildung. Sonderregelungen
bestehen aber für Studenten kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung
(s.u.). |

Die Ausbildung zum Schweißfachingenieur ist eine eher theoretische
Qualifizierung und soll den Ingenieur befähigen Schweißarbeiten zu planen,
zu überwachen und entsprechende Fertigungsbetriebe zu führen. Dazu werden
nicht nur schweißtechnische Lehrinhalte vermittelt, sondern es findet eine
sehr komplexe und vielseitige Ausbildung statt, die unter anderem
Konstruktion und Berechnung, Werkstoffkunde, Qualitätssicherungsverfahren
und Werkstoffprüfung, betriebswirtschaftliche und rechtliche Fragen sowie
Arbeitssicherheit und Betriebsführung beinhaltet. Die reine Schweißtechnik
nimmt nur etwa 25% der Ausbildungszeit ein. Andere Gebiete sind in der
Schweißtechnik wichtig, können aber auch auf andere Anwendungsgebiete
übertragen werden. |

Für viele Branchen ist der Schweißfachingenieur eine rechtlich
notwendige Aufsichtsperson bei Konstruktion, Berechnung und Herstellung
von geschweißten Bauteilen. Diese Branchen gehören somit zum „geregelten“
Bereich. Hier muss der Betrieb einen „Befähigungsnachweis“ haben, um
schweißtechnisch tätig zu werden. Die Personen der Schweißaufsicht werden
dabei namentlich benannt. Damit hat der Schweißfachingenieur eine sehr
verantwortungsvolle, aber auch interessante Position im Betrieb inne und
die namentliche Nennung zahlt sich für den SFI auch aus. |

Zum geregelten Bereich gehören unter anderem die Bauwirtschaft, der
Schiffsbau, bei Eisenbahnen die Herstellung und Reparatur der Fahrzeuge,
der Schienenstrecke und der Infrastruktur wie Oberleitungen, Brücken,
Tunnels und Bahnhöfe, der Druckapparatebau, wie er in Kraftwerken, in der
chemischen Industrie, im Rohrleitungsbau zur Anwendung kommt, und die
Luft- und Raumfahrt. |

Aber auch der ungeregelte Bereich wie die Fahrzeugindustrie und die
Konsumgüterindustrie fragen diese Qualifikation gerne nach, weil das
Wissen um komplexe Fertigungsverfahren in dieser Form für viele
Arbeitsplätze hilfreich ist und die Qualität der Ausbildung bekannt ist
und allgemein geschätzt wird. |

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Ausbildung zum
Schweißfachingenieur eine sinnvolle Wiederholung und Abrundung des
Ingenieursstudiums darstellt und zusätzliches Detailwissen für die Füge-
und Schweißtechnik vermittelt. Hier wird versucht interdisziplinär das
Ingenieurswissen für Arbeitsabläufe und Fertigungsverfahren
zusammenzufassen. Damit ist die Ausbildung ein hilfreicher Schritt im
Übergang von der Hochschule zur praktischen Arbeit. |

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