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Intelligente Fabriken und hyperschnelle Innovationszyklen








Diplom-Ingenieur Werner Weber wirft in einer mitreißenden „Antrittsvorlesung“ als Honorarprofessor einen Blick in die Zukunft der Produktionswirtschaft.

Seit nun mehr sieben Jahren engagiert sich Werner Weber als Lehrbeauftragter an der Hochschule Ulm. Bei Siemens leitet Herr Weber als Corporate Account Manager die Zusammenarbeit zwischen Bosch und Siemens und ist ausgewiesener Experte für alle Arten von Automatisierungsprozessen.

Am Freitag, den 17.10.2014, verlieh die HS Ulm dem „Mann der Praxis“ im Großen Physikhörsaal die Ehrenprofessorenwürde. Nach der Begrüßung durch den Dekan der Fakultät Produktionstechnik und Produktionswirtschaft, Professor Franz Böhm, hielt Studiendekan Norbert Rohbeck die Laudatio auf den zu Ehrenden.

Werner Weber sei ein Lehrbeauftragter, der aus einer tiefen Praxiserfahrung heraus und dem Fundament eines umfassenden Grundlagenwissens schöpfen könne. Webers Arbeitsweise in der Produktion sei geradezu exemplarisch für das Vorgehen eines guten Ingenieurs: Bedarfsorientierte Problemlösung, daraus ableitend das Erschaffen neuer Innovationen, sowie ein methodisches Vorgehen. Als Lehrbeauftragter sei er durch seine humorvolle und didaktisch wertvolle Art bei den Studierenden sehr beliebt, wie persönliche Rückmeldungen belegen.

Nach der Überreichung der Ernennungsurkunde durch Rektor Achim Bubenzer nahm Professor Weber die anwesenden Zuhörer mit auf eine spannende Reise in Richtung Zukunft des produzierenden Gewerbes. Der Ehrenprofessor definierte in seinem Vortrag „Aktuelle Trends in der Automatisierungstechnik und deren Auswirkungen“ zahlreiche „Megatrends“ die sowohl die nahe als noch viel mehr die mittlere Zukunft der Produktion prägen werden. In Deutschland werden diese „Megatrends“ gerne unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ zusammengefasst.

Mit der wichtigste Trend überhaupt sei dabei die immer weitergehende Vernetzung der einzelnen Maschinen durch beispielsweise Softwareeinsatz und Internetfähigkeit. Noch sei hier die Theorie weiter als die Praxis, doch am Ende der Entwicklung stehe die „Intelligente Fabrik“, in der autonome Systeme sich anhand vorgegebener Anforderungen selbst managen. Dieses Phänomen wird in der Fachsprache mit dem Begriff des Cyber-physischen Systems beschrieben. Das digitale Modell, das dem System „Intelligente Fabrik“ zu Grunde liegt, wächst damit permanent mit.

Ein weiterer Trend sei die weiter voranschreitende zeitliche Verkürzung der Produktionsabläufe und der Innovationszyklen. Man gehe davon aus, dass man alle 3 bis 6 Jahre neue Innovationen in der eigenen Produktsparte anbieten müsse, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Für die deutsche Wirtschaft bedeutet die Entwicklung hin zu einer vernetzten „Industrie 4.0“ laut Werner Weber folgendes:

Mit global agierenden Internetkonzernen wie Google, Amazon und Co. erwächst unter Umständen auch dem produzierenden Gewerbe eine neue Konkurrenz. Diese Unternehmen haben zum einen die IT-Power um den immens wichtigen Bereich der Internet Technologien auch im Bereich der Produktion zu forcieren, zum anderen sind diese stetig wachsenden IT-Riesen permanent auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern. Während sich die produzierenden Unternehmen und deren Lieferanten nach oben, in Richtung des Internets und der virtuellen Cloud entwickeln wollen, sind Google und Co auf dem Weg nach unten, in die Produktionshallen der Industrie. Am Ende, so Weber, sei es die Frage, „ob ein Auto weiterhin ein Auto ist, oder ein Internet Device mit vier Rädern.“

Für den produzierenden Mittelstand brechen härtere Zeiten an, da diese Unternehmen durch ihre beschränkte Größe oft nicht in der Lage sind, die vom Markt geforderten Innovationen zu liefern. Hoffnung gibt es durch die Konzentration auf Produktionsstandards und die Spezialisierung auf Nischenmärkte.

Deutschland ist stärker als je zuvor auf die Ressource „Wissen“ angewiesen. „In einer sich immer schneller drehenden Welt wird hochqualifizierter Nachwuchs die knappste Ressource der Wirtschaft sein“, so Weber. Es sei von entscheidender Bedeutung den „Wirkungsgrad“ der Lehre zu erhöhen, sprich möglichst vielen Studierenden in möglichst kurzer Zeit zu einer qualitativ hochwertigen Ausbildung zu verhelfen.

Langandauernder Applaus und eine lebhafte Debatte im Anschluss an den Vortrag zeigten, dass der Neuprofessor den richtigen Ton getroffen und essentielle Trends identifiziert hatte.



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