Hochschule Ulm
Bewerber

Studierende

Alumni

Unternehmen

Journalisten

Intern

V 1.6.1112.9223/


Design-Workshop führt Studierende aus Ulm und Indonesien zusammen





Bauhaus und HfG als Grundlage

„Bauhaus and Beyond“ – so lautet der Titel des diesjährigen Design-Workshops im Studiengang Digital Media, der im Juni fünf Studierende sowie einen Dozenten des Indonesian Institute of the Arts Yogyakarta (ISI) an die Hochschule Ulm führte. Das ISI ist die älteste und größte Kunst- und Designuniversität Indonesiens.

Die von der Ulmer Gestalterin und Professorin Susanne P. Radtke seit vielen Jahren initiierten und geleiteten Workshops vereinen stets zwei Kulturen, um gemeinsam typografische Animationen zu entwerfen, die deutsche Designgeschichte und -kultur zu ergründen und den interkulturellen Austausch zu fördern. Der Workshop knüpfte an den Besuch der Ulmer an der indonesischen Kunst- und Designuniversität im letzten Jahr an.

Ausgangspunkt des gemeinsamen Workshops war die Auseinandersetzung mit den zwei wesentlichen deutschen Designschulen des 20. Jahrhunderts, dem Bauhaus in Dessau und der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm. So lag es nahe, dass HfG Archiv auf dem Kuhberg zu besuchen. Der Leiter Herr Dr. Mäntele führte die deutsch-indonesische Studentengruppe in Geschichte, Theorie und die Produktwelt Ulmer Gestalter ein.

Der mediale Schwerpunkt des Workshops lag auf typografischen Animationen. „Dieses Medium ist besonders geeignet, da prägnante Aussagen ausdrucksstark mit Hilfe von Schrift und Piktogrammen verbunden werden können“, erklärt Susanne P. Radtke. „Piktogramme sind international verständlich und funktionieren im besten Fall ohne sprachliche Erklärungen.“ Für den fünftägigen Workshop vorgegeben war eine Auswahl an Statements und Zitaten maßgeblicher Designer des Bauhauses und der HfG Ulm. Die Herausforderung für die Studierenden bestand darin, Metaphern und Piktogramme zu entwickeln, die dem Inhalt der Zitate gerecht werden.

Die beiden unterschiedlichen Philosophien des ISI und der Hochschule Ulm ergänzen sich in dem Workshop gegenseitig, was für die Teilnehmer während der gemeinsamen Arbeit erlebbar und praktisch erfahrbar wurde. „Die Indonesier haben einen sehr gelassenen Workflow und gehen vieles sehr intuitiv an, während wir Deutschen sehr strukturiert vorgehen und mehr systematisch konzipieren und methodisch arbeiten“, erzählt Workshop-Teilnehmer. Niko Winkler. „Diesem Mix der unterschiedlichen Herangehensweisen sind jedoch die außergewöhnlichen Ergebnisse des Design-Workshops zu verdanken“, ergänzt Digital Media-Kommilitone Dominik Bothe.

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten, die beiden unterschiedlichen Arbeitsweisen aufeinander abzustimmen, blicken die Teilnehmer auf eine harmonische, erfolgreiche Zusammenarbeit zurück und sind sich sicher, aus der Arbeit mit den indonesischen Studierenden wichtige Erkenntnisse mitzunehmen: „Unsere ‚deutsche Gründlichkeit‘ kann manchmal auch Arbeitsprozesse behindern“, so Dominik Bothe. Er hat während seines Studiums des Öfteren die Erfahrung gemacht, mit Überlegen und Denken nicht weiterzukommen. Die intuitive und spontane Herangehensweise bringe einen jedoch häufig schneller ans Ziel.

Im Anschluss an den Workshop führte die Exkursion die Studierenden nach Dessau und Berlin. Der Besuch des Bauhauses war hierbei besonders beeindruckend, da diese Schule für das internationale Design prägend ist. Prof. Dieter Raffler, ehemaliger Student der HfG Ulm und heutiger Professor an der Hochschule Anhalt-Campus Dessau teilte und kommunizierte seine Rezeption und Einschätzung heutiger Designausbildung und wies die Studierenden auf ihre gesellschaftliche Verantwortung als Designer hin. In Berlin standen die Medienagentur ART+COM Berlin auf dem Design-Programm sowie der Berliner Standort der internationalen Agentur Pentagram.

Durch die private Unterbringung der Indonesier bei den Studierenden in Ulm erhielten die Nachwuchsdesigner einen Eindruck von der jeweils anderen Kultur und erfuhren die Unterschiede im täglichen Zusammenleben. „Ich hatte eine indonesische Studentin die ganzen 16 Tage bei mir beherbergt. Das hat noch einmal eine ganz persönliche Begegnung ermöglicht“, erzählt Exkursionsteilnehmerin Kristina Schirmer. „Die Indonesier haben eine ganz andere Kultur und andere Gewohnheiten. Das fängt beim Essen an und hört beim Wäschewaschen auf.“

Da der diesjährige Design-Workshop vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert wurde, erhielten die indonesischen Studierenden einen Zuschuss für die Fahrtkosten, wodurch ihnen die Teilnahme an dem Workshop in Deutschland erst ermöglicht wurde. Aufgrund der finanziell schlechten Situation vieler indonesischer Studierender, war der Aufenthalt in Deutschland für beide Nationen ein ganz besonderes Erlebnis.

„Das Beste war wohl, die strahlenden Gesichter der Indonesier zu sehen“, erinnert sich Niko Winkler an die Freude der indonesischen Gäste bei der Ankunft in Deutschland. „Mirza, einer der indonesischen Studenten, hat immer wieder betont, wie glücklich er sei, in Europa zu sein und dass er so dankbar für diese Chance ist“, ergänzt Dominik Bothe. „Das war einer der Momente, der mich am meisten beeindruckt und auch mich glücklich gestimmt hat, ein Teil dieses Austauschs und des Designworkshops gewesen zu sein.“



Weitere Meldungen


Computergestützte Expertensuche für Seltene Erkrankungen
Weltweit wurden rund 7000 Seltene Erkrankungen identifiziert. Für die Mehrheit der Erkrankungen existieren bislang kaum geeignete Informationen zu Experten, Diagnose- oder Behandlungsmöglichkeiten. Andreas Pflugrad hat sich dieses Problems in seiner Dissertation angenommen. mehr...

Wie beweglich ist dies Händchen?
Absolventen forschen im Labor für Biomechanik, Produktentwicklung und Simulation an einer flexiblen Handprothese mehr...

Menschen durch Gebäude lotsen
Mit dem länderübergreifenden Forschungsprojekt FIONA möchten zehn Partner aus Wirtschaft und Forschung in fünf Ländern ein Software-Rahmenwerk bauen, das die Entwicklung ortsbezogener Dienste erleichtert. mehr...


Hochschule Ulm
Kommunikation
89075 Ulm
infohs-ulm.de





Zurück zum Seitenanfang





Hochschule Ulm
© Juli 2015